überspringe Navigation

Hey! Hier nun endlich wieder mal ein Lebenszeichen von uns. Gerade haben wir aus dem Hostel ausgecheckt und unsere Rucksäcke abgegeben – der letzte Tag in Shanghai! Nun waren wir doch länger als nur drei Tage in der Stadt. Wir haben uns vieles anders vorgestellt.
Wir sind ziemlich erschöpft mit dem Zug in Shanghai eingetroffen. Vor lauter Hunger haben wir uns am Bahnhof in den erst besten Burger King geflaggt und uns den Bauch in einem orgiastischem Geschmatze vollgeschlagen. Viel besser ist unser Speiseplan leider auch nicht geworden. Trotz geschmacklich äußerst abwechslungsreicher Kost hat sich so manches essen partout nicht mit dem regulären weg des verdauungstrakts zufriedengegeben und sich flugs einer kletterpartie durch die Speiseröhre unterzogen.

Wir waren aber nicht nur deshalb “schlecht drauf” (höhö). Sechs Wochen Reise lagen hinter uns und geschätze 10.000 km. Sechs Wochen hatten wir fast pausenlos zusammen verbracht – die Sehnsucht nach Privatsphäre war größer als erwartet. Es gab einige Momente als man mit krummen Magen versuchte einzuschlafen und von einer Lüftungsanlage der Marke LKW Motor im Standgas auf der einen Seite und einer netten Oma, die Versucht mit ihrem Schnarchen die Schallmauer zu durchbrechen, auf der anderen Seite versuchte einzuschlafen. Ich möchte an dieser Stelle betonen, ich freue mich auf die vergleichsweise Stille der 4-spurigen Straße vor meiner Wohnung. Und Kristin wird wahrscheinlich vor lauter Ruhe in der Hinterhauswohnung erst einmal eingeschlafen, 3 Tage nicht mehr aufwachen.

Unsere Laune hat sich trotz der Umstände wieder gebessert. Gestern haben wir ein recht interessantes Nudelrestaurant ausgespäht, in das wir heute wahrscheinlich noch mal gehen werden. Abends fährt dann unser Zug Richtung Beijing los – diesmal hardsleeper =)

Bis bald
LG, Kristin und Louis

“esst nur im Hotel…” meinte die Oma vom Louis. Zur Zeit essen wir selten sogar mal dort, denn erst hat mich die höhenkrankheit erwischt und nun Louis. Die ist nicht sonderlich dramatisch, nur fühlt man sich zwei Tage mal so richtig elend. Es erwischt an die 40% der Touristen, die mit dem Zug nach tibet kommen, und an die 75% die aus nem Flieger kriechen. 4800m gehen nicht spurlos an einem vorbei. Unser Guide hat unsere Tour etwas umgeplant, so dass wir nicht noch höher auf das Everest Base Camp fahren, soll eh schlechtes Wetter sein aufgrund des Monsuns. Ein bisschen traurig darüber sind wir beide schon, aber es bringt nichts wenn einer durchhängt. Die ersten zwei Tage waren wir in Lhasa und haben uns erholt von der 46 stündigen Zugfahrt zusammen mit 130 Chinesen (89 wären max zugelassen) in dem stinkigen Wagon der hardseater. Zwei Tage null Privatsphäre, eine bank zum schlafen von ca. 150cm für uns zwei, schlafmangel wegen der abwechselnden Wachschichten, dass man unser zeug nicht klaut, gammliger Proviant und vollgeschissene Toiletten. Nach xining stiegen zum Glück ein paar sehr umgängliche Tibeter in unseren Wagon, danach wurde es ein wenig entspannter. Alles im allem war es eine wahnsinnige Grenzerfahrung – cool es erlebt zu haben, aber kein Bock auf Wiederholung.
Ich vermute aber genau aus diesem Grund ist uns tibet noch ein bisschen schöner vorgekommen. Man kann die Magie von tibet kaum in Worte fassen und nur wer auch schon einmal hier war kann das nachempfinden.

Nochmal zwei Tage sind vergangen. Wir sind wieder zurück in Lhasa. Kristin schläft gerade und mein Hirn funktioniert seitdem wir gestern früh aufgebrochen sind das erste mal wieder “normal”. Ich dachte ich hätte etwas falsches gegessen, aber Punzo unserer englisch sprechender tibetischer Guide sollte recht behalten das mich doch auch die höhenkrankheit erwischt hat. auf über 5000 Höhenmeter sollte man angeblich erst nach einer einwöchigen aklimatisierung. Als wir dann gestern über die teilweise 5200m hohen Pässe gefahren sind habe ich meine Umwelt leider noch im fieberwahn mitbekommen. Kaum waren wir etwas tiefer, am Yamdrocksee ging es mir auch schon ein bisschen besser. Die Farbe ist wirklich atemberaubend. Das hell leuchtende türkis kommt durch die gespiegelte Himmelsfarbe zustande die wiederum auch einzigartig ist.

Tibet ist wirklich wahnsinnig schön und die Tibeter sind ein so liebenswertes Volk. Ich könnte die Tibeter an einer Hand abzählen, die wenn man ihnen mit einem lächeln begegnet nicht mit einem über das ganze Gesicht strahlendem Grinsen antworten. alle rüstigen Frauen die hier mit ihrem Yakbuttergefäß in der einen Hand und der Gebetskette in der anderen in und um die Klöster und Tempelanlagen streichen haben so tiefe vom Leben gezeichnete Lachfalten das man neidisch werden könnte. Und es ist unglaublich wie wenig sich die gläubigen Tibeterpilger von den Horden respektloser Chinesischer Touristen vom beten ablenken lassen.

Die Chinesen in Tibet – oder sollte ich sagen China West, Tibet darf dieses Land nämlich nicht mehr genannt werden – führen sich auf wie… ich finde keinen passenden vergleich. der Touismus ist seit der “befreiung” durch China komplett von China kontrolliert. Das heißt für Geld kann man hier alles machen. In Klöster gehen, bei den traditionellen Lesungen der Mönche anwesend sein und für ein paar extra-yen die Mönche fotografieren. Genug Chinesen zucken nicht mal mit der Wimper, wenn sie da jeden Mönch einzeln mit einem Blitzlichtgewitter ablichten. Die Lesenden Mönche sind überraschend gelassen, aber sichtlich weniger in sich gekehrt durch diese erzwungene Prostitution. Auch die Buddhas können teilsweise fotografiert werden – obwohl dem Glauben nach ein Abbild nicht gestattet ist. 95% der Touristen sind Chinesen, die da an jeder Ecke stehen und sich mit einem Viktoryzeichen von ihrem Begleiter ablichten lassen. Sie haben ja schließlich das Privileg nicht eine Armada an Permits mit Dutzenden von Stempeln für jeden Furz vorweisen zu müssen. Im Gegenteil, sie können sich hier sicherer fühlen als im Rest “ihres” Landes. An jeder Kreuzung stehen 4 chinesische Militärs ausgerüstet mit Schutzsicheren Anzügen, Schildern, Pumpgun und Granatwerfern! Ich meine GRANATWERFER, wovor haben die Angst? Am meisten anscheinend davor das die Welt mitbekommt was hier eigentlich abgeht, denn das fotografieren der Militärs ist hier sowas von streng verboten wie sonst nichts. Ich hatte einmal den Fehler gemacht die Kamera ca. 50 Meter entfernt von Militärs anzuheben( ich hatte die noch nicht mal bemerkt ) als mich einer auf Chinesisch anschrie, dass mir fast die Kamera runterfiel. Da ich wusste das das Militär im bloßen verdacht eines Fotos sofort die Kamera konfeszieren dürfen, hab ich natürlich das weite gesucht – woraufhin mich einer der grünbefleckten Fuzzis noch eine Weile verfolgt hat.
Privilegien haben sie ja viele, die Chinesen und insbesondere die Militärs. z.B. Fahren alle Chinesischen Militärs haargenau den gleichen Geländewagen mit abgedunkelten Fenstern und verdecktem Nummernschild, die überall Vorfahrt haben. ungefähr so inkognito wie das Militär behandelt wird, so offen behandeln sie das leben der Tibeter. In jeder noch so verranzten Seitenstraße trohnt eine Kamera – manchmal etwas laienhaft als Plastikbaum getarnt, was dann unverhofft zu unserer Belustigung beitrug. Hehe.

Was weniger zur Belustigung beiträgt, wenn man einen Pulk Chinesen sieht die einer nach dem anderen einen kleinen Tibetischen Jungen an sich zerren, um mit ihrem beliebten Viktory Zeichen ein Foto mit diesem lustig aussehenden Ding machen zu lassen.

Uns fällt der Gedanke die nächsten zwei Wochen durch China weiterzutravelln sichtlich schwer. Natürlich kann man sie nicht alle über einen Kamm scheren, wir hatten schließlich auch schon gute Erfahrungen mit Chinesen gemacht. Trotzdem würden wir die Zeit um einiges lieber noch in Tibet verbringen oder weiterziehen Richtung Indien. Heute ist unser letzter Tag, Punzo und unser einäugiger Fahrer holen uns gleich ab und die sind grundsätzlich zu früh dran.
Liebe Grüße
Louis&Kristin

heute Abend geht’s los nach Lhasa! Der ursprüngliche Plan war ja nach chengdu zu fetzen und dort die permits für tibet zu besorgen. Stattdessen haben wir alles hier in Beijing über das hostel erledigt. Der Zug von Beijing nach Lhasa war wie schon erwartet hoffnungslos ausgebucht, dass unsere hotelmutti mit einem lächeln meinte: “is hardseater ok? hihi, will be a little bit hard to sit… You can Book Four Seats, then it is comfortable…hihi!” na werden wir uns mal anschauen, drei Sitze sind wohl nebeneinander und wie schon in der transib erprobt geht auch irgendwie schlafen auf ner sechzig cm breiten liege zu zweit.
In den letzten Tagen waren wir zur großen Mauer gefahren. Das ist schon echt irre was die kleinen Chinesen da auf die bergkämme gebastelt haben. Fast drei Stunden hat es gedauert 10 km zurück zu legen. Die meisten Stufen sind fast kniehoch und viele stellen sind schon äußerst zerfallen. An einigen wird wie wild repariert und instand gesetzt. Aber bauarbeiten sind recht interessant! Nicht nur auf der Mauer scheint das bauen hier nach keinem Plan zu funktionieren. Jeder macht irgendwas, fast alle scheinen Handlanger zu sein. Einer schraubt – 4 halten mit jeweils einer Hand oder auch mal 2 Fingern mit fest. Der rest der jungs liegt im schatten, popeln oder spielen karten. Jobsicherung à la sozialismus. Auch sonst ist niemand gern für irgendetwas verantwortlich. Wenn sie mal verstanden haben das man ihnen nichts böses will sind sie sehr herzlich. Überhaupt sind die Chinesen zwar ein sehr lautes Volk, aber ähnlich wie bellende Hunde haben wir noch keinen beißenden Chinesen getroffen; obwohl wir auch viel in den ärmeren Gebieten Pekings unterwegs waren. Wie schon mehrfach erwähnt ist das Getümmel in den hutongs echt geil. als wir vor ein paar Tagen wieder in dem alten Restaurant mit dem großen Fernseher waren, lief da diesmal nicht nur wieder eine dieser chinesischen bing bing bing bing bing bing zwuaaaaaaaaaasch Opern sondern diesmal auch eine Reportage über das Restaurant, den Besitzer und das ganze hutong. Auf dem bildschirm klappte der Besitzer das Nähkästchen auf und erzählte, während er in echt vor dem Restaurant mit seiner Familie sein Abendbrot aß. Mit einem mal bekamen wir einen so tiefen Einblick in das ganze geschehen um uns ohne dass einer die Sprache des anderen beherrscht. Der Besitzer studierte früher Kunst und von ihm stammen auch die unzähligen Photos an den Wänden, die uns schon beim ersten mal unglaublich fasziniert hatten. Wir waren schon längst fertig mit dem essen und es fiel uns sichtlich schwer uns loszureißen. Eine Reportage folgte und wir gingen los. danach sah alles auf der Straße ein bisschen schöner und vertrauter aus. Auch an den folgenden Tagen zog es uns nach den Ausflügen in die Touristenhochburgen, historische orte getaucht in chinesische pappdisneyland-Atmosphäre, zurück in die kleinen Straßen. Da fragt selten einer ob er ein dämliches Photo von uns machen dürfe, wenn sie überhaupt mal gefragt hätten. In China werden wir in einer Tour begafft, schlimmer als Affen im Zoo! In der verbotenen Stadt rannte sogar mal eine hysterische Mutter mit ihrem Kind auf uns zu, setzte es dreist zwischen uns und wollte davon ein erinnerungsbild schießen. Oder man stellt sich “unauffällig” in unsere Nähe und knippst. Aber so oder so gibt es hier auch eine andere Ansicht über photografieren. Das Bild ist erst dann wertvoll wenn eine bekannte Person darauf zu sehen ist. Li Ling vor einer großen Tür, Li Ling vor einem Blumentopf, Li Ling vor einem Baum, Li Ling in erotischer Pose vor einem mülleimer…an allen Ecken stehen sie und knippsen und freuen sich wie ein Schnitzel – der eigentliche Hintergrund ist unwichtig. Sie wollen auch um keinen Preis etwas verpassen. Man schaue einfach interessiert durch ein Loch im Zaun und man kann sicher sein fünf kleine Touristen tuen es dir gleich! Das sorgte schon hin und wieder für wahre unterhaltung.
Aber nun ist es echt erst mal genug mit all dem Großstadtzeugs, heiße Dusche und straßenlärm. Wir sitzen gerade vor der (ich bin nicht ganz sicher) Oper, dem eiförmigen gebäude ganz in der Nähe der verbotenen Stadt und chillen bzw holen etwas Schlaf nach oder vor, wie man will. Zur Zeit ist es ungemein schwühl und die dünne Luft gibt einen guten Vorgeschmack auf Tibet. Wenn die chinesenen eine outdoorklimaanlage installieren könnten – sie würden es tun. Die stehen voll auf gefühlte fünf grad plus mit ordentlich luftzirkulation. Überall brummen die aircondition kästen. Vor ein paar Tagen ging uns auch ein Licht auf warum die keine sitzgurte in den Autos benutzen. Man friert einfach gemütlich am Sitz fest. Vermutlich daher auch die langsame Art der Fortbewegung. So nach und nach wird mal klar – wir haben uns intensivst mit allem beschäftigt =)

Wir werden sicher gleich starten, noch was futtern um dann gegen halb neun zum bahnhof zu tingeln. wir werden bis zum 12. In tibet sein. vermutlich haben wir bis Shanghai kein Netz und können deshalb auch nicht mehr schreiben. (wordpress ist in normalen internetkaffees außerdem gesperrt – es lebe die innere Sicherheit) also ihr lieben, viele Grüße von uns aus Beijing. Louis und kristin

der durchschnittliche handybenutzer in China soll angeblich 120 SMS am Tag schreiben – dafür muss man natürlich früh anfangen.

als zweites gibt’s noch ein hübsches Foto von unsrem gestrigen Great Wall Besuch

und – überwachungsstaat lässt grüßen -der zufriedenheits Wahl-o-mat der Bank of China Angestellten.

nächtliche Grüße von mir(kristin)! der Louis liegt nämlich schon in den Federn und ich schieb die erste Nachtschicht – keine Sorge, das ist keine sicherheitsmaßnahme! wir wechseln uns nur ab und laden unsere gesamten Bilder auf die Festplatten. das dauert hier seltsamer Weise irre lange, aber nach nem Kaffee und einer kalten dusche hab ich jetzt fein Zeit um ein paar chillige Sachen zu machen! wir waren heute in der Factory 798, ein zum Teil altes als auch noch betriebenes Industriegelände, das vor einigen jahren als kunstviertel umfunktioniert wurde. anfangs waren wir nicht gerade begeistert, da sich ein blöder souvenierstand an den nächsten gereiht hat, viele bilder waren abgrundtief hässlich oder einfach nur schlecht kopiert. später haben wir dann aber eine Halle entdeckt mit wahnsinnig kritischer Kunst zum Thema China. Ein Mao mit brüsten gab’s auch! der Louis hatte heute leider kein gutes Händchen mit der Kameraausrüstung, erst schwarzweiss analog und überall die farbenprächstigsten Motive und dann ist zu guter letzt auch noch die batterie alle gewesen! blöder Mist, aber dafür kam mal endlich die Sonne raus und es soll besser werden. eine der beiden tanten, die wir auf dem zimmer haben, war gestern bei der Mauer. dort stand sie dann nur im Nebel und hat gar nichts gesehen.
gerade reiert ein Chinese unter unserem Fenster…yammi! apropos essen =) heute waren wir abends in einem traditionellen Restaurant, eigentlich sollte es heute endlich mal pekingente geben, aber das muss eben noch warten bis wir das super angepriese Restaurant gefunden haben. ist nämlich nicht so einfach, da wir hier zum größten teil keine Namen lesen können. na, dann ging’s eben in eins nicht weit entfernt vom hostel. es gab einen kleinen Raum mit einer kleinen Empore, an den Wänden hingen alte speckige Plakate aus den fünfzigern, alte photografien und über der Tür ein riesiger Fernseher auf dem eine uralte chinesische Oper lief. die klimaanlage lief auf hochturen und ein kleiner Mann suchte uns einen Tisch. wir saßen direkt neben dem Kassenhäuschen, aus den aus Leibeskräften zwei Mädchen plärrten, also von wegen schüchtern und zurückhaltend – das war alles schon recht ohrenbetäubend. auf der Speisekarte standen allerhand interssante Sachen, sogar Affe gegrillt. die letzten Tage haben wir meistens in den hutongs was zu essen gekauft. überall stehen kleine Ofen und Steinplatten herum an denen gekocht und gebraten wird. es gibt viel gegrilltes am stiel, teigtaschen, dampfklösse und so eine Art Eierkuchen/döner/fritiertes scharfes irgendwas.
so, jetzt hat wieder einer geröchelt unterm Fenster, aber ich widme mich wieder meinem halben Buch. das war eigentlich auch schonmal dicker, aber um Gewicht einzusparen und auch um das frisch gewetzte Messer auszuprobieren hab ich es halbiert. da wir beide nach dem monstermarsch durch beijing geflucht haben über unser Reisegepäck, werden wir so einiges in Beijing lassen bei lulu. zurücksenden nach Deutschland wie wir es eigentlich vorhatten werden wir nun doch nicht machen. ist erstens viel zu teuer und zweitens bietet es sich an, da wir von Beijing nach Hause fliegen.

so, nun aber gut Nacht! lg kristin

hier ist immer noch richtig blödes Wetter. die Fernsicht ist zum kotzen und unsere Motivation auf sightseeing ist schwindend gering. wir haben seit heute eine neue zimmergenossin mit meterlanger achselbehaarung und schlabbershirts á la 90er, die einen flachwitz nach dem nächsten bringt um auch irgendwie zur Unterhaltung beizutragen. hoffe die nervt auch morgen früh noch mal, dann kommen wir wenigstens schneller in die gänge um
diesem dummsülz zu entfliehen, da das wetter ja nicht so einladend ist und wir die letzten Vormittage lieber auf dem zimmer gechillt haben.
wir waren heute zur verbotenen Stadt gelaufen und in den dahinter gelegenen jinshan Park, von den man nen guten Blick über die Stadt hat…vermuten wir mal. mal sehen wo es uns morgen hinverschlägt.

liebe grüsse von kurisutiiiiiin uuuunda louuuuiiiiiiisaaan!

das erste Bild war der Blick vom Balkon in Ulan bataar. das nächste ist die wohl weicheste Wiese auf der wir je gelegen sind – mitten in Peking. dann ein bild vom touriüberlaufenen himmelstempel -und von unserem hostelhinterhof

seit heute versinkt Beijing in richtig fetten Smog und hinzu kommt Nieselregen bei 32 grad. wir haben uns den ganzen Tag durch die Stadt gekämpft auf der Suche nach einer externen Festplatte, denn unsere speicherchips für unsere Kameras neigen sich dem Ende. “made in China” läßt einen echt vermuten das zeug gibt es an jeder Straßenecke…mh…nicht ganz! es hat enorm viel Zeit gebraucht diese blöde Mall zu finden. dort angekommen haben wir uns dann erst einmal in dem riesigen Shoppingtempel verlaufen! die Fachmärkte funktionieren nicht so wie bei uns jeder mediamarkt, hier geht es eher ab wie auf einem Fischmarkt. auf einer Etage gibt es an die 900 Stände, keiner davon breiter als zwei Quadratmeter. dahinter hocken kleine Chinesen, die einem sofort Angebote entgegenbrüllen sobald man in ihre Nähe kommt. aber dahinter wird auch in allen erdenklichen Posen ein Nickerchen gehalten. generell können die chinesen eh überall und ständig schlafen auch wenn es neben ihnen donnert und kracht. auch wird hier gerne geröchelt und auf die straße gerotzt. es ist echt gewöhnungsbedürftig, aber das gehört hier irgendwie dazu wie fahräder, kameraübersäte Plätze und smiling Mao.
gestern haben wir meine Freundin lulu besucht und sind zusammen essen gegangen. danach liefen wir durch die kleinen hutongs zurück zum hostel. die gefallen uns am besten, denn hier bekommt man das absolute kontrastprogamm, zudem aber auch leckeres essen und einen Menge Unterhaltung für umsonst.

das war’s erst einmal wieder von uns. hoffen euch geht es gut! liebe grüsse! Louis&kristin

so far.
gestern sind wir in Peking angekommen und haben nun wieder internet. in der Mongolei waren wir mal so richtig abgeschnitten.
als wir am 15. früh morgens in ulaan bataar ankamen, wurden wir am Bahnhof von tschinguns Familie empfangen. sie brachten uns zu ihrem Wohnhaus im Herzen von ulaan bataar. nicht nur, dass wir so freundlich aufgenommen wurden, wir hatten auch das ganze Apartment im 10 stock mit einer tollen aussicht ganz für uns allein. der Onkel und die Tante zogen in der Zeit zu tschinguns Cousine.
am dritten Tag organisierten sie für uns einen Trip zu einer befreundeten nomadenfamilie ca. 100 km außerhalb von der Hauptstadt. in der ganzen Mongolei gibt es nur 6 städte. in der Hauptstadt Ulaan bataar wohnen auch nur eine Millionen Menschen. die restlichen 61% leben nach wie vor in den normadenjurten. also wollten wir natürlich diesen größeren Teil der Mongolen auch kennen lernen. wir fuhren mit dem Onkel hinaus aufs Land, denn er kennt sich gut aus und war früher auch schon Fahrer von zahlreichen touristen. zwar sprach weder der Onkel noch einer der normaden englisch, aber das Volk der mongolen ist in Gastfreundschaft nicht zu überbieten. die essensgewohnheiten sind für den europäischen Magen teilweise nur schwer bis gar nicht zu vertragen. die pferdemilch oder der buttertee waren ziemlich gewöhnungsbedürftig. auch die zubereitung der speisen war ein seltsamer anblick. für uns gab es eine für nomaden absolute delikatesse – murmeltier. dem frisch geschossene vieh wurde das Fell abgezogen und es wurde ausgenommen. danach wurden in einem Ofen Steine heiß gemacht und zusammen mit dem gewürzten Fleisch zurück in das abgezogen Fell gestopft, das nun als “Topf” herhalten musste. mit einem Draht wurde alles fein Verschnürt und das Fell mit einem bunzenbrenner entfernt. fertig war das essen. ihr könnt euch sicher unsere Blicke vorstellen, aber dafür war es vermutlich das leckerste Fleisch was wir neben frisch gebratener schafsleber bekommen haben. langweilig wurde uns während der Tage nie. entweder wurden gerade die Stuten gemolken, die jurte vor einem bevorstehenden Sturm regensicher gemacht oder die Wolken vormierten sich mal wieder zu einem Gemälde der impressionistischen Romantik das jede hdr nachbearbeitete postkartenidylle wie den ausgewaschenes t- Shirt aussehen läßt. von der Nacht ganz zu schweigen. der Himmel war bis zum horizont so übervoll mit sternen das tatsächlich ein kuppelartiger Eindruck entstand, der auf einmal die Vielzahl an frühzeitlichen Erklärungen von über das Himmelszelt fahrenden Wagen mit dem Mond im Gepäck sehr nachvollziehbar erscheinen ließ.

wieder in der transmongolischen Eisenbahn ließen wir so langsam die vielen eindrücke sacken. die mongolei ist echt unglaublich und wir beide wissen, dass wir noch einmal wiederkommen möchten.

nach diesem leeren individualistischen Land voll eigenversorger sind wir dann in einer einenhalb tagestour mit dem zug durch die steppe und später durch die wüste gobi gefahren. nach dem überqueren der grenze wurden die zugräder ausgetauscht (in china gibt es ein schmaleres schienensystem). vorbei ging es dann durch steile bergschluchten, der chinesischen mauer und weiten Maisfeldern bis wir schließlich am Beijing Hauptbahnhof ankamen, der in größe, Menschenmassen und sicherheitsvorkehrungen so manchem großstadtflughafen trotzt. wir beginnen gerade unseren zweiten tag in Peking. bisher können wir behaupten die Stadt ist sagenhaft abwechslungsreich. Unser hostel ist ziemlich zentral gelegen und trotzdem leben wir mitten in einem hutong. dem chinesischen gassenleben. nur einstöckige selbstgeschusterte minihäuschen mit wenig bis gar keinen sanitären Anlagen. ständig flitzen räder mit türmen von Gepäck und lautlose elektrobetriebene Roller durch die engen gassen in der an jeder Ecke was gekocht, gebrutzelt oder gehämmert wird. gegessen und geschlafen wird überall – auf behelfsmäßigen bänkchen, halbdrinnen, halbdraussen oder direkt auf der Straße.

ein weiterer Tag beginnt,
lachende grüße aus dem fernen Osten von uns beiden

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.